FL Staatsbürgerschaft


Erwerb der liechtensteinischen Staatsbürgerschaft

 

Für die Erlangung der liechtensteinischen Staatsbürgerschaft gibt es, ausser durch Geburt, nachfolgende Möglichkeiten:

1. Einbürgerung infolge ordentliches Verfahren
2. Einbürgerung infolge Eheschliessung
3. Einbürgerung infolge längerfristigem Wohnsitz
4. Nachregistrierung Kinder liechtensteinischer Mütter
5. Einbürgerung der FL-Staatsbürgerschaft durch Adoption

1. Einbürgerung infolge ordentliches Verfahren

Voraussetzung für die Einbürgerung im ordentlichen Verfahren (§ 6 LGBI. 2008 Nr. 306)

  • Verzicht auf die bisherige Staatsbürgerschaft;
  • dauernder ordentlicher Wohnsitz in Liechtenstein während der letzten zehn Jahre vor Antragstellung;
  • Nachweis über ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache;
  • Nachweis von Grundkenntnissen der Rechtsordnung und des staatlichen Aufbaus Liechtensteins (Staatskundeprüfung).

Voraussetzung für die Verleihung des Landesbürgerrechtes im ordentlichen Verfahren ist die Aufnahme ins Gemeindebürgerrecht. Diese erfolgt durch Abstimmung der Gemeindebürger.

2. Einbürgerung infolge Eheschliessung

Voraussetzung für die Einbürgerung infolge Eheschliessung (§ 5 LGBI. 2008 Nr. 306)

Die Ehegattin eines liechtensteinischen Landesbürgers bzw. der Ehegatte einer liechtensteinischen Landesbürgerin wird auf Antrag in das Landesbürgerrecht aufgenommen, wenn:

  • sie/er einen ordentlichen liechtensteinischen Wohnsitz von zehn Jahren vor Antragstellung nachweisen kann, wobei die Jahre nach der Eheschliessung doppelt zählen;
  • sie/er mit einer liechtensteinischen Landesbürgerin bzw. einem liechtensteinischen Landesbürger seit mindestens fünf Jahren in aufrechter Ehe lebt;
  • die/der liechtensteinische Partner/in das liechtensteinische Landesbürgerrecht nicht infolge Eheschliessung erworben hat;
  • Verzicht auf die bisherige Staatsbürgerschaft;
  • Nachweis über ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache;
  • Nachweis von Grundkenntnissen der Rechtsordnung und des staatlichen Aufbaus Liechtensteins (Staatskundeprüfung).

3. Einbürgerung infolge längerfristigem Wohnsitz

Voraussetzung für die Einbürgerung infolge längerfristigem Wohnsitz (§ 5a LGBI. 2008 Nr. 306)

Ausländerinnen und Ausländer können im erleichterten Verfahren in das Landesbürgerrecht aufgenommen werden, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  • einen ordentlichen liechtensteinischen Wohnsitz von 30 Jahren, wobei die Jahre von der Geburt bis zum 20. Lebensjahr doppelt gezählt werden;
  • dauernder ordentlicher Wohnsitz in Liechtenstein in den letzten fünf Jahren vor Antragstellung;
  • Verzicht auf die bisherige Staatsbürgerschaft;
  • Nachweis über ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache;
  • Nachweis von Grundkenntnissen der Rechtsordnung und des staatlichen Aufbaus Liechtensteins (Staatskundeprüfung).

4. Nachregistrierung Kinder liechtensteinischer Mütter

a. Erleichterte Einbürgerung ausländischer Kinder liechtensteinischer Mütter. Ein seit dem 30. Dezember 1986 in Kraft stehendes Gesetz (LGBI. 1986 Nr. 104) sieht die erleichterte Einbürgerung ausländischer Kinder liechtensteinischer Mütter vor. Bedingung ist, dass diese Kinder seit mindestens 30 Jahren ihren ordentlichen Wohnsitz in Liechtenstein haben, wobei die Jahre bis zum erfüllten 20. Altersjahr doppelt zählen. Ausserdem können gleichzeitig die ehelich geborenen unmündigen Kinder eines Sohnes einer Liechtensteinerin, und die unehelich geborenen unmündigen Kinder einer Tochter einer Liechtensteinerin in das erleichterte Aufnahmeverfahren ihres vorgenannten Elternteils einbezogen werden. Anders ausgedrückt können in den erwähnten Fällen auch Kinder der ausländischen Kinder mit Liechtensteinischer Mutter (bzw. die Enkel dieser Liechtensteinerin) mit eingebürgert werden. Seit 21. August 1996 ist die Teilrevision des Landesbürgerrechts gemäss LGBI. 1996 Nr. 124 in Kraft. Mit dieser Teilrevision ist Mann und Frau in Bezug auf die Weitergabe der liechtensteinischen Staatsbürgerschaft gleichberechtigt. Ausländische Kinder einer liechtensteinischer Mutter haben die Möglichkeit, sich im erleichterten Verfahren einbürgern zu lassen, ohne auf die bisherige Staatsangehörigkeit verzichten zu müssen. Sie dürfen jedoch nicht älter als 40 Jahre sein und die Mutter darf das liechtensteinische Landesbürgerrecht nicht durch Eheschliessung erworben haben. Hingegen ist es nicht mehr erforderlich, dass die Kinder in Liechtenstein wohnen. Wenn das ausländische Kind einer liechtensteinischen Mutter selbst wiederum Kinder hat, so können diese ebenfalls in das Einbürgerungsverfahren einbezogen werden. Ausländische Kinder einer liechtensteinischen Mutter, die bereits älter als 40 Jahre sind, haben ebenfalls die Möglichkeit sich nachregistrierten zu lassen, jedoch gelten hier andere Voraussetzungen.

b. Kinder liechtensteinischer Mütter (StGH 1996/36)

Laut Gesetz vom 20. Juni 1996 betreffend die Abänderung des Gesetzes über den Erwerb und Verlust des Landesbürgerrechtes (LGBI. 1996 Nr. 124 Art. 4) ist das Landesbürgerrecht ehelich geborenen Kindern durch Geburt eigen, wenn der Vater oder die Mutter liechtensteinische Landesbürger sind. Ehelich geborenen Kindern gleichzuhalten sind uneheliche Kinder liechtensteinischer Landesbürger, die durch Behebung des Ehehindernisses oder schuldlose Unwissenheit der Ehegatten als ehelich angesehen werden und solche, die durch nachfolgende Eheschliessung oder durch Begünstigung des Landesfürsten legitimiert werden.

Bitte setzen Sie sich unbedingt persönlich mit dem Liechtensteinischen Zivilstandesamt in Verbindung um abzuklären ob eine Einbürgerung "Kinder liechtensteinischer Mütter" aufgrund Staatsgerichtshofurteil 1996/36 möglich ist. Jeder Fall muss individuell abgeklärt werden und je nach Herkunftsland müssen beim Liechtensteinischen Zivilstandesamt teilweise unterschiedliche Urkunden im Original vorgelegt werden.

5. Erlangung der FL-Staatsbürgerschaft durch Adoption

a) Durch Annahme an Kindesstatt erwirbt ein ausländisches Wahlkind, sofern es zum Zeitpunkt der Annahme das 7. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, das Landesbürgerrecht, wenn bei gemeinsamer Annahme durch Ehegatten der Wahlvater und bei Annahme durch eine Einzelperson der Wahlvater oder die unverheiratete Wahlmutter Landesbürger ist (LGBl. 1976 Nr. 41).

b) Wird ein leibliches Kind der Ehefrau durch den Ehemann (Stiefvater) angenommen, so erwirbt es das Landesbürgerrecht, sofern es zum Zeitpunkt der Annahme noch nicht mündig ist (LGBl. 1976 Nr. 41).

Pin It on Pinterest

Share This