Aufenthalt und Niederlassung


Die verschiedenen Bewilligungen

Art. 42 - Bewilligung in Briefform

1) Eine Bewilligung in Briefform kann, sofern eine Grenzgängertätigkeit nicht möglich oder nicht zumutbar ist, zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit für eine Anwesenheitsdauer von maximal 180 Tagen innerhalb ihrer zwölfmonatigen Gültigkeitsdauer insbesondere erteilt werden an:

a. Geschäftsführer

b. Verwaltungsratsmitglieder

c. Konzernangestellte, die sich im Rahmen ihrer konzernübergreifenden Funktion jeweils für eine befristete Dauer im Fürstentum Liechtenstein aufhalten müssen;

d. Gastprofessoren;

e. Besonders qualifizierte Berater;

f. Montageequipen, die zur Realisation und Wartung von Grossanlagen benötigt werden.

2) In die Bewilligung sind die Art der Erwerbstätigkeit und gegebenenfalls der Arbeitgeber aufzunehmen.

3) Zur Erbringung einer grenzüberschreitenden Dienstleistung kann, ausser im Fall von Abs. 1 Bst. f, keine Bewilligung in Briefform erteilt werden. Art. 64 findet sinngemäss Anwendung.

4) Die Bewilligung erlischt mit Beendigung der bewilligten Erwerbstätigkeit (Art. 95 Abs. 4 Bst. a).

Kurzaufenthaltsbewilligung (L)

Art 43 - a) Grundsatz

Art. 26 findet sinngemäss Anwendung. Darin heisst es:

1) Die Kurzaufenthaltsbewilligung EWR berechtigt zum Antritt einer unselbständigen Erwerbstätigkeit, die maximal zwölf Monate dauern darf. Die Gültigkeitsdauer der Bewilligung hängt grundsätzlich von der Dauer des befristeten Arbeitsvertrages sowie der im Voraus bestimmten und befristeten Tätigkeit ab. (Art. 26 Abs 1 abgeändert durch LGBl 2001 Nr. 152.)

2) Eine Kurzaufenthaltsbewilligung wird nur erteilt, wenn die Grenzgängertätigkeit nicht möglich oder nicht zumutbar ist.

3) Kurzaufenthaltsbewilligungen können unter der Voraussetzung von Abs. 1 für höchstens sechs Monate einmalig verlängert werden, sofern der Antragsteller nachweist, dass die Notwendigkeit der Verlängerung ausserhalb seiner Einflusssphäre liegt und sachlich gerechtfertigt ist.

Art. 44 - b) Erteilung der Kurzaufenthaltsbewilligung

1) Die Erteilung der Kurzaufenthaltbewilligung richtet sich nach den Vereinbarungen zwischen der Schweiz und Liechtenstein über die Rechtsstellung der beiderseitigen Staatsangehörigen im anderen Vertragsstaat.

2) Die Kurzaufenthaltsbewilligung kann erteilt werden an:

a. Personen, die sich an einer Bildungsstätte oder in einem Betrieb ausbilden lassen;

b. Aupair-Angestellte;

c. Personen mit abgeschlossener Berufsausbildung oder mindestens gleichwertigem Schulabschluss, die sich auf eine befristete Dauer in einem Betrieb fachlich weiterbilden wollen und ein entsprechendes Weiterbildungsprogramm erfüllen;

d. Personen, die temporär in öffentlichen Institutionen des Gesundheits-, Bildungs- oder Sozialwesens tätig sind;

e. Angestellte einer Alpgenossenschaft, einer Schiliftgesellschaft oder einer Schischule;

f. Pfleger;

g. Mitarbeiter im Gastgewerbe, sofern sie über eine entsprechende Berufslehre oder eine gleichwertige Ausbildung (Hotelfachschule) verfügen;

h. Sportler oder Trainer für Vereine und Verbände mit Nachwuchsförderung;

i. Fachleute, die von international tätigen Firmen (z.B. Tochter-/Mutterfirma, Joint Ventures, vertragliche projektbezogene Zusammenarbeit), von ausländischen Höheren Lehranstalten oder von wissenschaftlichen Forschungsinstituten zum Zeitpunkt der Antragstellung bereits mindestens sechs Monate beschäftigt wurden, sofern sie für einen zum Voraus bestimmten und befristeten Zweck einreisen (z.B. Know-how-Transfer).

3) Für die Tätigkeiten gemäss Abs. 2 Bst. a kann eine weitere Kurzaufenthaltsbewilligung zum selben Zweck erteilt werden. Art. 71 Abs. 4 gilt sinngemäss.

4) Für hochqualifizierte Spezialisten oder Führungskräfte gemäss Abs. 2 Bst. i kann aufgrund völkerrechtlicher Verpflichtung die Kurzaufenthaltsbewilligung insgesamt dreimal erteilt werden. Bei der erstmaligen Erteilung können bereits die beiden zusätzlichen Kurzaufenthaltsbewilligungen zugesagt werden.

5) Art. 28 findet sinngemäss Anwendung.

Art. 28 - Sonderfälle

Ausgenommen von Art. 22 Abs. 1 sind die im Folgenden angeführten Sonderfälle:

1) Kurzaufenthaltsbewilligungen, die im Rahmen der betrieblich kontigentierten Höchstzahl an durch anerkannte Agenturen vermittelte Artisten, Musiker, Künstler und Diskjockeys mit einer maximalen Gültigkeitsdauer von sechs Monaten innerhalb von einem Kalenderjahr erteilt werden können.

2) Kurzaufenthaltsbewilligungen für Tätigkeiten im Rahmen von Veranstaltungen kultureller Art. Die Gültigkeitsdauer darf sechs Monate innerhalb eines Kalenderjahres nicht überschreiten.

Aufenthaltsbewilligung (B)

Art. 45 - a) Grundsatz

1) Die Aufenthaltsbewilligung ist befristet und berechtigt Arbeitnehmer sowie deren Familienangehörige zu einem Aufenthalt für die Dauer von maximal fünf Jahren, sofern der vorgesehene Aufenthalt länger als ein Jahr dauert.

2) Ein befristetes Arbeitsverhältnis über ein Jahr berechtigt zum Aufenthalt für die Dauer des vorgesehenen Arbeitsverhältnisses.

3) Auf Erteilung der Aufenthaltsbewilligung besteht kein Anspruch. Vorbehalten bleiben die Vereinbarungen zwischen der Schweiz und Liechtenstein über beiderseitige Staatsangehörige im anderen Vertragsstaat (unbefristetes Arbeitsverhältnis in öffentlichen Institutionen des Gesundheits-, Bildungs- oder Sozialwesens) und die anwendbaren Bestimmungen über das Familiennachzugsrecht.

4) Die Aufenthaltsbewilligung wird um die Gültigkeitsdauer gemäss Abs. 1 bzw. Abs. 2 verlängert, wenn kein Widerrufs- oder Ausweisungsgrund vorliegt.

Art. 46 - b) Kriterien für die erstmalige Bewilligungserteilung

1) Bei der erstmaligen Erteilung der Aufenthaltsbewilligung hat die Bewilligungsbehörde dem Wohnbevölkerungsverhältnis im Sinne von Art. 1 Abs. 1 Bst. b in Anrechnung der Höchstzahlen gemäss Art. 12 immer Rechnung zu tragen.

2) Vorbehaltlich der Vereinbarungen zwischen der Schweiz und Liechtenstein gelten für die erstmalige Bewilligungserteilung folgende Kriterien, die kumulativ erfüllt sein müssen:

a. Bewilligungen werden nur an unselbständig Erwerbstätige erteilt;

b. Jede andere Bewilligungsart oder die Grenzgängertätigkeit ist nicht möglich oder nicht zumutbar;

c. Der Arbeitgeber kann nachweisen, dass ein ausserordentliches zwingendes Bedürfnis besteht, eine innerbetriebliche Schlüsselposition im Unternehmen zu besetzten;

d. Die berufliche Tätigkeit setzt die dauernde Anwesenheit zwingend voraus.

3) Die Regierung kann mit Grundsatzbeschluss die innerbetrieblichen Schlüsselpositionen branchenspezifisch definieren. (Art. 46 Abs. 3 eingefügt durch LGBl. 2001 Nr. 152.)

Art. 47 - c) Beibehalt der Aufenthaltsbewilligungen

1) Junge, im Rahmen des Familiennachzugsrechts zugelassene EWR-Staatsbürger erhalten zum Zweck der Ausbildung im Ausland (Studium, Sprachaufenthalt) längstens für zwei Jahre einen Beibehalt der Aufenthaltsbewilligung.

2) EWR-Staatsbürger, die zum Stellenantritt eine Aufenthaltsbewilligung erhalten haben und konzernintern versetzt werden, erhalten längstens für drei Jahre einen Beibehalt der Aufenthaltsbewilligung, sofern die Aufenthaltsbewilligung mindestens vor zwölf Monaten erteilt worden ist.

3) EWR-Staatsbürger, die Militärdienst leisten müssen, erhalten für die Dauer des effektiv zu leistenden Militärdienstes, aber längstens für zwei Jahre einen Beibehalt der Aufenthaltsbewilligung, Art. 95 Abs. 2 ist anwendbar.

4) Der Beibehalt kann nur für den Zweck des Studiums mehrmals erteilt werden. Nach Studienabschluss (Promotion) ist ein weiterer Beibehalt ausgeschlossen.

Niederlassungsbewilligung (C)

Art. 48 - a) Grundsatz

1) Schweizer Staatsangehörigen, die sich seit fünf Jahren ordnungsgemäss und ununterbrochen mit einer Aufenthaltsbewilligung (B) im Fürstentum Liechtenstein aufhalten, kann auf Gesuch hin die Niederlassungsbewilligung erteilt werden, sofern im Zeitpunkt des Gesuchs kein Widerrufs- oder Ausweisungsgrund vorliegt.

2) Die Kontrollfrist bei der Niederlassungsbewilligung zur Überprüfung der tatsächlichen Anwesenheit im Inland beträgt fünf Jahre. Die Bewilligung ist zwei Wochen vor Ende der Laufzeit der Kontrollfrist dem Ausländer und Passamt zur Verlängerung vorzulegen. Bei Nichtbefolgung der Verlängerungspflicht gilt Art. 41 Abs. 3 (s. unter Aufenthaltsbewilligung).

Art. 49 - b) Beibehalt der Niederlassungsbewilligung

Art. 34 findet sinngemäss Anwendung. Darin heisst es:

1) Ein Beibehalt der Niederlassungsbewilligung wird nur bei vorübergehender Landesabwesenheit und längstens für zwei Jahre erteilt. Er kann erteilt werden für:

a. Ausbildungszwecke (z.B. Studium im Ausland, Sprachaufenthalt);

b. Militärdienst, wobei Art. 32 Abs. 3 sinngemäss anwendbar ist;

c. In besonders begründeten Fällen (z.B. konzerninterne Versetzung).

2) Der Beibehalt kann nur für Studienzwecke mehrmals erteilt werden. Nach Studienabschluss (Promotion) ist ein weiterer Beibehalt ausgeschlossen.

Art. 50 - c) Wiedererteilung der Niederlassungsbewilligung

1) Ohne vorherige Aufenthaltsbewilligung kann um Wiedererteilung der Niederlassungsbewilligung ansuchen, wer bereits mindestens zwölf Jahre im Besitz einer Niederlassungsbewilligung gewesen ist und nicht länger als fünf Jahre den Wohnsitz im Ausland hatte.

2) Im Falle eines bewilligten Beibehalts der Niederlassungsbewilligung darf der Auslandsaufenthalt maximal sieben Jahre betragen. Allfällige weitere Beibehalte der Niederlassungsbewilligung werden für die Wiedererteilung der Niederlassungsbewilligung nicht angerechnet.

3) Der Gesuchsteller muss nachweisen, dass er mit Liechtenstein stets eng verbunden geblieben ist. Als Nachweis gilt insbesondere der Aufenthalt der Mehrheit von Familienangehörigen in Liechtenstein oder Grundeigentum in Liechtenstein.

Saisonbewilligung (A)

Art. 108 - a) Grundsatz

1) Eine Saisonbewilligung berechtigt zum Antritt einer unselbständigen Erwerbstätigkeit in einem saisonalen Betrieb. Die Gültigkeitsdauer einer Saisonbewilligung beträgt maximal neun Monate pro Kalenderjahr. Die Dauer der Tätigkeit bei verschiedenen Arbeitgebern wird zusammengerechnet. Nach Ablauf der Gültigkeitsdauer der Saisonbewilligung hat die Ausreise aus dem Fürstentum Liechtenstein und der Schweiz zu erfolgen.

2) Als saisonale Betriebe gelten insbesondere:

a. Betriebe der Bauwirtschaft;

b. Betriebe des Gastgewerbes;

c. Erwerbsbranchen, die branchenüblich saisonale Arbeiten ausführen.

3) Die Bewilligung für eine Saisonarbeitskraft erlischt mit der Auflösung des Beschäftigungsverhältnisses, sofern keine Freigabe zum Stellenwechsel vorliegt.

Art. 109 - b) Erteilung der Saisonbewilligung

1) Die Saisonbewilligung wird nur an Personen erteilt, die bereits im Vorjahr eine Saisonbewilligung erhalten haben und den Nachweis erbringen, dass sie nach Ablauf der Gültigkeitsdauer der Bewilligung des Vorjahres ordnungsgemäss ausgereist sind.

2) Die Saisonbewilligung wird für neun Monate erteilt, Es gibt keine festgelegten Saisonzeiten.

Art. 110 - c) ordentliche Umwandlung der Saisonbewilligung in eine Jahresaufenthaltsbewilligung

Umwandlung einer Saisonbewilligung in eine Jahresaufenthaltsbewilligung ist auf Gesuch hin möglich, wenn sich die Saisonarbeitskraft nach zehn aufeinanderfolgenden Jahren ordnungsgemäss während mindestens 90 Monaten in Liechtenstein aufgehalten. 2) Die Regierung legt jährlich die Zahl der Umwandlungen fest. Gesuche werden im Rahmen dieser Höchstzahl nach folgender Priorität beurteilt:

a. Anwesenheitsdauer mit aufeinanderfolgenden Jahren und Monaten;

b. Qualifikation;

c. Zivilstand;

3) Umwandlungsgesuche werden einmal jährlich behandelt. Die Gesuche sind vom 1. bis 31. Mai eines jeden Kalenderjahres beim Ausländer- und Passamt einzureichen. 


Ausländer- und Passamt

 

Weitere Informationen zum Thema "Aufenthalt und Niederlassung im Fürstentum Liechtenstein" erteilt Ihnen das

Ausländer- und Passamt  (APA)
Liechtensteinische Landesverwaltung
Städtle 38
FL-9490 Vaduz

Telefon: +423 236 61 41
Fax:        +423 236 61 65

http://www.llv.li/#/11359/auslander-und-passamt 


Schalteröffnungszeiten:
Montag und Freitag von 09.00 - 12.00 h
und 14.00 bis 16.00 (Mittwoch bis 18.00 h)

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